Wann und für wen ist Berufsunfähigkeit eine Gefahr?

Wenn man den Versicherern und Statistikern glauben schenken darf, ist heutzutage jeder vierte bzw. fünfte Erwerbstätige von Berufsunfähigkeit betroffen. Die Zahl variiert je nach Quelle.

Doch was bedeutet „Berufsunfähigkeit“ eigentlich? Wie wird man als Arbeitnehmer berufsunfähig und gibt es Berufsgruppen, die einem besonders hohen Risiko unterliegen? Welche Leistungen beziehe ich bei Berufsunfähigkeit, gibt es staatliche Hilfe oder muss ich selbst vorsorgen?

Der Begriff Berufsunfähigkeit beschreibt im Allgemeinen erst einmal, dass eine Person auf Grund von Unfall oder Krankheit ihrem Beruf nicht mehr nachgehen kann. Das heißt, vor Erreichen des eigentlichen Rentenalters kann der Betroffene wegen seines gesundheitlichen Zustandes nicht mehr in seinem Beruf tätig sein. Dabei ist allerdings grundsätzlich zu unterscheiden zwischen dem Nachgehen des erlernten bzw. zuletzt ausgeübten Berufs (Berufsunfähigkeit) und der Ausübung einer beliebigen Tätigkeit (Erwerbsunfähigkeit/ Erwerbsminderung). Eine private Absicherung gegen eine Berufsunfähigkeit ist also besonders wichtig. Wer mehr über die Absicherung gegen eine drohende Berufsunfähigkeit wissen möchte, der kann sich hier auf diesen Webseiten zur Berufsunfähigkeitsversicherung informieren und eine fachliche Beratung erhalten.

Berufsunfähigkeit und Erwerbsunfähigkeit sind zwei verschiedene Sachverhalte und der Staat tritt nur in Leistung, wenn der Betroffene keine Tätigkeit mehr ausüben kann (volle Erwerbsminderung) oder wenn eine geringe, stundenweise Leistungsfähigkeit im Rahmen irgendeiner Tätigkeit besteht (teilweise Erwerbsminderung). Ein Leistungsbezug wird darüber hinaus nur bei Erfüllen diverser Voraussetzungen, bezogen auf Vorversicherungszeiten bzw. Beitragszahlzeiten, gewährt. Lediglich für vor 1961 Geborene hat die ehemalige gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente noch Relevanz, ist jedoch an Bedingungen geknüpft und der Höhe nach problematisch.

Die Leistungen des Staates sind absolut unzureichend

Wer berufsunfähig wird und folglich seinen Beruf nicht mehr ausüben kann, aber eine andere Tätigkeit und zwar unabhängig davon, ob diese den eigenen Wünschen und Qualifikationen gerecht wird oder der bisherigen Entlohnung voll entspricht, der bekommt keine finanzielle Unterstützung vom Staat! Erst wenn kaum oder gar nicht gearbeitet werden kann, steht die Rente wegen teilweiser oder voller Erwerbsminderung zur Verfügung und mit dieser lässt sich meist mehr schlecht als recht der Alltag meistern.

Dabei ist die Gefahr einer Berufsunfähigkeit recht hoch, wie schon erwähnt. Auch wenn man selbst nicht gern darüber nachdenkt, besteht das Risiko in jedem Beruf – ob Maurer, Steinmetz, Sekretärin oder Rechtsanwalt. Natürlich wird Berufsgruppen mit starker körperlicher Belastung im Alltag ein erhöhtes Berufsunfähigkeitsrisiko zugesprochen und Rückenprobleme stehen bei den Ursachen der Berufsunfähigkeit auch ganz oben auf der Liste. Überholt wurden die Erkrankungen des Skelett, der Muskeln und des Bindegewebes in den vergangenen Jahren jedoch von den psychischen Störungen. Regelmäßige Überstunden und Dauerstress können Wegweiser zu Burnout und Depressionen sein und diese können zu Berufsunfähigkeit führen. Demnach sind die Bürokauffrau, der Vertreter oder der Arzt ebenfalls gefährdet.

Die häufigsten BU Ursachen

Neben Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparates sowie Nervenerkrankungen gehören Herz- und Kreislauferkrankungen sowie Erkrankungen des Stoffwechsels und der Verdauung zu den Ursachen der Berufsunfähigkeit. Selbstverständlich existieren Berufsgruppen mit besonders hohem Risiko, darunter Bergleute, Gerüstbauer, Dachdecker und Krankenschwestern, und eben solche mit einem Geringeren, beispielsweise Ingenieure, Juristen und Tierärzte. Doch auch wenn bei diesen Berufen das Berufsunfähigkeitsrisiko statistisch gesehen geringer ist als bei anderen Berufszweigen, ist die Gefahr prinzipiell vorhanden und im Fall der Fälle ist die Statistik für den Betroffenen unerheblich.

Außerdem ist der Beruf für die Prämie einer Berufsunfähigkeitsversicherung relevant, wer also einen als risikoärmer eingestuften Beruf ausübt, kann von günstigen Beiträgen profitieren. Daneben sind das Alter und der Gesundheitszustand des zu Versichernden von Belang und hier lautet die Devise: je jünger und gesünder, desto besser. Weitere Kriterien, die den Versicherungsbeitrag prägen, sind die Höhe der privaten Berufsunfähigkeitsrente und die Vertragslaufzeit. Wegen der hohen Preisunterschiede sollte man einen Berufsunfähigkeitsversicherung Vergleich der Tarife machen.

Fazit: Berufe, in denen körperlich schwere Arbeit zum Tagesgeschäft gehört, sind logischerweise von einem erhöhten Berufsunfähigkeitsrisiko gekennzeichnet. Aber auch Bürojobs und Berufe mit Leitungsbefugnis und viel Verantwortung können infolge Dauerstress zur Berufsunfähigkeit führen.

In Anbetracht der kaum vorhandenen gesetzlichen Leistungen bei Berufsunfähigkeit ist eine private Vorsorge in Form einer Berufsunfähigkeitsversicherung oder ähnlicher Policen wie Dread-Disease oder die Grundfähigkeitsversicherung interessant.